Wider den Kuddelmuddel: Eine Diskussion über Digitalisierung in Hamburg

Rezession oder Revolution? Unter diesem Titel und auf Einladung der Privatbank Donner & Reuschel fand am Samstag in Hamburg ein ZEIT Gespräch über die ganz großen Themen statt. Zwei Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Weltwirtschaft standen im Zentrum der Diskussion: die instabilen politischen Verhältnisse auf der einen Seite und die rasante Entwicklung digitaler Technologien auf der anderen Seite.

Dabei wurde deutlich, dass sowohl Unternehmer als auch Vermögensanleger schwer gefordert sind, wenn sie alle Faktoren im Blick behalten wollen. Nicht umsonst hatte Yared Dibaba in seiner Anmoderation die Lage wie folgt zusammengefasst: „Ein ganz schönes Kuddelmuddel.“

Im Hinblick auf politische Unwägbarkeiten wie den Handelskrieg zwischen China und den USA oder die Verwerfungen in Lateinamerika empfahlen die Podiumsteilnehmer, bei unternehmerischen Entscheidungen „auf Sicht“ zu fahren. Langfristige Prognosen seien schwer geworden in Zeiten, in denen der amerikanische Präsident heute noch nicht weiß, welche Hiobsbotschaft er morgen auf Twitter verbreitet.

Gut besuchte Veranstaltung: Dirk Schmachtenberg beim ZEIT Gespräch in Hamburg.

Gut besuchte Veranstaltung: Dirk Schmachtenberg beim ZEIT Gespräch in Hamburg.

Im Gegensatz dazu betonte Plan D-Geschäftsführer Dirk Schmachtenberg, dass es langfristige technologische Trends gebe, mit denen man sich frühzeitig auseinandersetzen müsse: Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge werden die Spielregeln von Wirtschaft und Gesellschaft grundsätzlich verändern – und viele Auswirkungen lassen sich schon heute vorhersagen.

Herausforderung: Auf Sicht fahren und trotzdem langfristig denken

Kurzfristige politische Verwicklungen beobachten und dabei langfristige technologische Trends nicht aus den Augen verlieren. So lassen sich die Herausforderungen für Unternehmer und Anleger zusammenfassen. Für einen erfolgreichen digitalen Wandel sei dabei vor allem eines wichtig, befanden die Podiumsteilnehmer: Bei aller Euphorie sollte man sich dem Thema rational und systematisch nähern. Oder, wie Dirk Schmachtenberg es formulierte: „Man muss in dem Kuddelmuddel seinen Kompass im Blick behalten.“

Das ZEIT Gespräch fand am 2. Februar im Rahmen der Veranstaltung „Perspektiven 2019“ der Privatbank Donner & Reuschel statt. Weitere Teilnehmer der Diskussion waren Marcus Vitt, Vorstandssprecher der Donner & Reuschel AG, Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des AGA Unternehmensverbandes und Business Strategist Tanja Kruse Brandão – wunderbar moderiert durch ZEIT-Redakteur Jens Tönnesmann.

Nähere Informationen zum ZEIT Gespräch gibt es auf der Website des Konferenzveranstalters Convent.

>> Lesen Sie hier, welche Herausforderungen die digitale Transformation mit sich bringt.


NeuigkeitenEbba Schröder