Ein Forscher für Plan D: Max Hänska

Max Hänska ist ab 15. September Senior Consultant & AI-Expert bei Plan D. In einem kurzen Interview stellt er sich vor.

 Max Hänska, Senior Consultant & AI Expert bei Plan D

Max Hänska, Senior Consultant & AI Expert bei Plan D

Max, du hast zuletzt als Forscher und Dozent an der De Montfort University in Leicester gearbeitet. Promoviert wurdest du an der London School of Economics and Political Science. Womit hast du dich in deiner Forschung beschäftigt?

Meine Forschung bewegte sich an der Schnittstelle von Informatik, Kommunikations- und Politikwissenschaft. Oft ging es darum, politische Kommunikation mithilfe Künstlicher Intelligenz auszuwerten, etwa beim Brexit-Referendum. Wir haben Deep-Learning-Methoden eingesetzt, um Memes zu klassifizieren, die auf den sozialen Medien verbreitet wurden – im US-Wahlkampf 2016 gab es zum Beispiel eine Riesenmenge an Anti-Clinton-Memes. Es ist schlicht unmöglich, solche großen Mengen an Bildern ohne Künstliche Intelligenz auszuwerten. Das Spannende ist, dass die Erkennung und Klassifizierung visueller Inhalte noch ziemlich am Anfang steht. KI kann ja schon sehr gut Texte und andere Daten verarbeiten, aber bei Bildern müssen die Maschinen noch viel lernen. In vielen Projekten geht es deshalb darum, Machine-Learning-Prozesse zu verbessern.

Kannst du ein Beispiel nennen?

Aktuell arbeite ich an einem Projekt mit dem Computerkünstler Fabrizio Poltronieri, in dem wir zwei KIs gegeneinander antreten lassen. Wir benutzen ein sogenanntes GAN (generative adversarial network), um falsche Selfies zu generieren, also Bilder von Personen, die es gar nicht gibt. Wie man an den beiden Bildern sehen kann, klappt das manchmal sehr gut, aber manchmal auch nicht, der Algorithmus muss also noch weiter optimiert werden, wobei es immer eine Fehlerquote geben wird. Im nächsten Schritt soll dann ein CNN (convolutional neutral network) herausfinden, welche Selfies echt und welche "fake" sind. Die Ergebnisse dieses Projekts präsentieren wir im Oktober auf der AoIR Konferenz in Montreal. 

 Ein durch AI generiertes Selfie.

Ein durch AI generiertes Selfie.

 Hier ist etwas schiefgegangen.

Hier ist etwas schiefgegangen.

Das klingt alles sehr spannend, aber wenn wir ehrlich sind: Mit politischer Kommunikation und falschen Selfies hat Plan D eher weniger zu tun. Wie kannst du deine Expertise bei uns einbringen?

Künstliche Intelligenz ist ja eine Universaltechnologie, die sich in vielen, wenn nicht sogar in allen Lebensbereichen einsetzen lässt. Plan D berät zum Beispiel viele Unternehmen aus der Versicherungsbranche, da wird KI unter anderem genutzt, um Unfallschäden zu klassifizieren – auch hier geht es um die Verarbeitung von visuellen Inhalten, Sensordaten und weiteren Informationen. Anwendungsbeispiele Künstlicher Intelligenz lassen sich eigentlich in allen Branchen finden, in denen Plan D tätig ist, etwa in der Automobilindustrie oder im Logistikbereich.

Du kommst aus der Wissenschaft, jetzt bist du plötzlich Berater. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Mir hat es immer sehr viel Spaß gemacht, anwendungsbezogen zu arbeiten. Bevor ich in die Forschung gegangen bin, war ich in der Film- und Medienbranche tätig, da habe ich viel Projektmanagement gemacht. Besonders gern arbeite ich an problembezogenen Anwendungen digitaler Technologien. Ich bin also gar nicht so ein verkopfter Wissenschaftler, wie man vielleicht denken könnte. Irgendwann habe ich dann die Stellenanzeige von Plan D gesehen und mich mit Dirk und Sebastian getroffen. Es hat einfach gepasst. Wir haben zwar teilweise sehr unterschiedliche Blickwinkel auf digitale Themen, aber gerade das macht es ja so spannend. Wir ergänzen uns perfekt und können, glaube ich, viel voneinander lernen. Ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass interdisziplinäre Teams die besten Ergebnisse erzielen.

Du bist für den Job von England zurück nach Berlin gezogen. Wie ist es, wieder hier zu sein?

Ich finde es großartig. Ich bin vor zehn Jahren ins Ausland gegangen, seitdem hat sich Berlin sehr verändert. Es ist toll mitzuerleben, was hier alles passiert und möglich ist. Einen Job wie diesen hätte es ja vor zehn Jahren so nicht gegeben, zumindest nicht in Berlin: Ein Unternehmensberater mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, der für ein Start-up in einem Coworking Space arbeitet. Ich freue mich, dass es jetzt losgeht.

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